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Sport—eine internationale Sprache

Sport – eine internationale Sprache
von Regina Marunde

Gut zwei Monate waren wir unterwegs – vom nördlichsten Punkt Norwegens in das heiße Afrika bis nach Kapstadt. Wir, das sind 17 Menschen und fünf VW California Beach unter der Leitung von Joachim Franz, dem Wolfsburger Extremsportler und Aids-Aktivisten.

cape2cape: alle höchsten Gipfel bestiegen
Seit mittlerweile vier Jahren habe ich mich Joachim Franz angeschlossen, um gemeinsam mit ihm den Kampf gegen Aids anzutreten. Dass der Sport dafür als Verständigungsmittel eine gute Wahl ist, zeigt sich seit Jahren, denn diese Sprache wird weltweit verstanden. Den sinnvollen Schritt vom Leistungssport zum Expeditionssport habe ich somit nie bereut. Dieses Mal hatte sich Joachim Franz etwas ganz besonderes ausgedacht – die cape2cape. Auf dem langen Weg vom Nordkap bis nach Kapstadt sollten alle höchsten Gipfel der durchfahrenen Länder bestiegen und eine symbolische Fahne mit der jeweiligen Dunkelziffer an HIV-Infizierten und Aids-Kranken gehisst werden.

Bis 2010 alle Gipfel der Erde
Die cape2cape ist ein allgemeiner Aufruf an jeden, der sich am Kampf gegen HIV/Aids beteiligen will. Denn diese Expedition ist nur der Start der world aids awareness expedition. Alle 200 Länder dieser Erde mit ihren 200 Gipfeln sollen erklommen werden und auf jedem dieser Gipfel soll die Fahne gehisst und das Gipfelfoto gemacht werden. Das Ziel ist, bis 2010 alle Gipfelfotos zusammenzutragen und auf einer Ausstellung zu veröffentlichen. Dass sich an dieser weltweiten Aktion wirklich jeder beteiligen kann, zeigen die unterschiedlichen Höhen der Berge – von 8 Meter bis über 8.000 Meter ist alles dabei.

Keine Urlaubstour – Leben auf engstem Raum
Dass die cape2cape keine entspannte Urlaubstour war, kann man sich vielleicht vorstellen. Zwei Monate gaben die fünf VW California Beach unserem Team ein Zuhause. Sie mussten als Schlafplatz und Kleiderschrank für bis zu vier Personen herhalten, waren Vorratskammer für Trekking-Essen, Müsliriegel und Wasser, Transporter für Berg-, Rad-, Lauf- und Gleitschirmausrüstung, Lager für Diesel, Öl und Ersatzteile. Eines der Fahrzeuge diente sogar als Büroraum mit Rechner, Drucker und Schnittstellen für die Medienleute. Dieser Enge konnten maximal wir Sportler für die Zeiten an den Bergen entrinnen – die Bodencrew durfte diese Intimität ganze zwei Monate genießen…

Kein Berg ein Kinderspiel
Zu Beginn, am finnischen Berg Halti, zeigte sich, dass nicht unbedingt der höchste Berg der Tour der schwierigste werden sollte. Nur 1.300 Meter ist er hoch, begrüßte uns aber mit einem tobenden Schneesturm und einem halben Meter Neuschnee bis zum Gipfel. Die starken Schneeverwehungen machten den Weg zum Gipfel nicht einfacher, denn die verborgenen Felsen ließen uns mit jedem zweiten Schritt hüfttief einsinken und zehrten an unseren Kräften. Aber auch die Wege zu den Bergen sollten kein Kinderspiel werden. In Ostafrika wechselten bröckelnde, mit Schlaglöchern übersäte Asphaltstrecken mit Sand– und Schotterpisten. Doch auch der als unüberwindbar geltende Sani-Pass von Südafrika nach Lesotho konnte uns nicht abschrecken und wurde gemeistert.

30.000 Euro für HIV-Infizierte
Mit unseren auffälligen gelben Bussen sorgten wir somit für die gewünschte Aufmerksamkeit. Denn nicht nur auf unzähligen Pressekonferenzen, sondern auch auf der Straße wollten wir das Thema HIV/Aids verbreiten. Die in Verbindung mit der cape2cape gesammelten Spendengelder gehen an die Stiftung Hope Cape Town, die von Pfarrer Stefan Hippler betreut wird. Damit kommt das Geld HIV-Infizierten und an Aids-Erkrankten Kindern und ihren Familien zugute. Einen Spendenscheck in Höhe von 30.000 Euro konnten wir schon bei einem abschließenden Empfang in Kapstadt überreichen.

Anerkennung für Joachim Franz
Mit unserer Rückkehr nach Deutschland ist die Arbeit im Kampf gegen Aids/HIV selbstverständlich nicht beendet – im Gegenteil. Nun wollen alle neuen Projekte, die ebenfalls gefördert werden sollen, versorgt, Schulvorträge wollen vorbereitet werden und die Öffentlichkeitsarbeit wartet ebenfalls. Da ist es umso schöner, dass Joachim Franz mit seinem Team ein kleines Dankeschön erhält. Franz wurde vom Verlag Reader’s Digest zum Europäer des Jahres gewählt. Diese schöne Auszeichnung treibt uns natürlich alle weiterhin an, den Kampf gegen HIV/Aids niemals einzustellen und lässt die Strapazen jeder Expedition erblassen. Es ist ein schönes Gefühl zu helfen! Weitere Infos: www.waae.de

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