aids awareness expedition
aids awareness expedition 2005
von Regina Marunde
Große Augen …
Gut drei Jahre ist es her, dass ich Joachim Franz kennen gelernt habe. Bei einem Fotoshooting erzählte er mir von seinen Projekten und seinem großen Plan.
Radfahren von Alaska bis Feuerland – geht das überhaupt?
Wenn ich vor dem Globus sitze, der meinen Schreibtisch ziert, kann ich es immer noch nicht fassen. 23.000 Kilometer Wegstrecke sind zu bewältigen, bevor man auf den letzten schlammigen Weg stößt, der zum Ende der Welt führt. Damals ließ ich die Geschichte auf mich wirken und vergaß das Ganze schon fast, bis mich ein Anruf von Joachim erreichte: “Und, bist du dabei?”. Natürlich wollte ich diese Herausforderung auf mich nehmen und nebenher noch für einen guten Zweck radeln. Dass dann bei der Tour alles anders kam, sollte mir vorher nicht in den Sinn kommen. Anfang August flogen wir dann also wirklich los. Ein 25-köpfiges Team machte sich von Frankfurt aus auf den langen beschwerlichen Weg. Niemand konnte ahnen, was wirklich auf uns zukommen sollte.
23.000 Kilometer in 35 Tagen
Im achtstündigen Rhythmus fand sich ein jeder Radfahrer auf seinem Ermüdungsgerät wieder und kämpfte für jeweils zwei Stunden mit den jeweiligen Bedingungen. Alle zwei Stunden versuchten sich auch die Betreuer mit dem Autofahren abzuwechseln, um irgendwo in der Zeit dazwischen eine Mütze Schlaf zu finden. Alle Anstrengungen und verpasste Schlafmöglichkeiten gelangen aber völlig in den Hintergrund, wenn man die ganze Dimension dieser Expedition zu spüren bekam.
Mission gegen das Vergessen
“aids awareness expedition” wird das Ganze genannt und soll die Menschheit weltweit aufrütteln, um das Thema Aids nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Viele Pressekonferenzen wurden auf dem Weg in den Süden angesetzt und unterstützenswerte Projekte ausgesucht. Nicht immer hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, bei den Konferenzen persönlich dabei zu sein – der Tross musste schließlich weiter rollen.
Die Prioritäten ändern sich
Nach der Teilnahme an meiner ersten Pressekonferenz änderte sich meine Prioritätenliste schlagartig. Mir wurde bewusst: “Hier geht es nicht um Radfahren, Rekorde und Leistungen von einer kleinen Gruppe aus Deutschland. Hier geht es um ein Vielfaches mehr.” Wer die Dankbarkeit in den Augen der Menschen sah, die uns während der Fahrt zujubelten, oder die Möglichkeit hatte bei den Pressekonferenzen dabei zu sein, erkannte schnell, wofür er die Strapazen auf sich nimmt.
Gesten, die zu Tränen rühren
Einmal drückte uns ein kleines Kind eine Muschelkette in die Hand mit der Bitte wir sollen durchhalten und “dort unten” ankommen. Noch immer über diese Geste zu Tränen gerührt weiß ich nun für mich selber, dass ich hiermit auf dem richtigen Weg bin und auch weiterhin gemeinsam mit Joachim und dem Team gegen die Immunschwächekrankheit kämpfen möchte. Sicher sind solche Aktionen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber es ist ein Anfang gegen das Vergessen und ein Anstoß, der vielleicht in den Köpfen der Menschen hängen bleibt.
Hand in Hand
Ich werde weiter kämpfen und bereue keine einzige Sekunde dieser Tour von Alaska bis Feuerland und der Zusage im Team Joachim Franz, das langsam immer größer wird und immer weiter zusammenwächst, weiter zu arbeiten. Denn eines ist allen klar: nur gemeinsam, Hand in Hand in einem starken Team, werden wir den Menschen helfen können und in kleinen Schritten dazu beitragen, das Problem Aids anzupacken.
Infos und Spenden unter www.joachim-franz.com